So ein Schuldeingeständnis ist unangenehm. Deshalb wollen viele diesen Schritt überspringen. Doch es gibt keine Heilung, ohne die Wahrnehmung der Wunden. Erst dann wird deutlich, was es braucht, um vorteilsbewusst und sensibel zu agieren. Und da reicht gendergerechte Sprache allein nicht, auch wenn sie ein wichtiger Schritt ist.
Es braucht die Erzählungen von Familien mit zwei Vätern, von dem trans Mädchen, von intergeschlechtlichen Menschen. Es braucht die biblischen Geschichten von der Liebe zwischen David und Jonathan, von Joseph im Prinzessinnenkleid, von dem Eunuchen, der nicht in die binäre Geschlechterordnung gepasst hat und getauf wurde. Es braucht diese Sichtbarkeit, damit Queerness "normal" wird.